Therapien

Einleitung

Nachfolgende Inhalte gliedern sich in zwei Hauptthemen.

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Audiotherapie

Tinnitus

Audiotherapie

Audiotherapie ist Beratung und Therapie für Menschen mit Hörstörungen.

Sie hat das Ziel, hörgeschädigten Menschen zu einem differenzierten Hören und Verstehen und damit zu einer verbesserten Kommunikation zu verhelfen. Dabei soll eine unterstützende Förderung und Pflege der sozialen Kompetenzen die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen.

Audiotherapie ist eine ambulante Rehabilitationsmaßnahme mit dem Ziel, hörgeschädigten Menschen mit und ohne technische Hörhilfen zu einem differenzierteren Hören und Verstehen zu verhelfen.

In Zusammenarbeit mit dem ORL-Arzt und dem Akustiker spielen dabei

  • Die Aufklärung über die Hörbehinderung
  • Die Unterstützung bei Akzeptanz und Annahme der Hörbehinderung eine wichtige Rolle.

Für wen ist Audiotherapie gedacht?

Audiotherapie wendet sich an alle Menschen, die sich mit ihrer Höreinschränkung aktiv auseinandersetzen wollen, um innerhalb der persönlichen Grenzen ein Höchstmaß an Kompensationsfähigkeit zu erreichen.

Das gilt für Erstversorgungen mit Hörgeräten, für Frühschwerhörende, Altersschwerhörende, plötzlich Ertaubte, CI-Träger und bei Schallüberempfindlichkeit und Ohrgeräuschen (Tinnitus).

In vielen Fällen arbeitet der Audiotherapeut zusätzlich zu dem zuständigen HNO-Arzt und dem Hörakustiker noch mit Psychologen, Logopäden und Physiotherapeuten zusammen.

Was können wir anbieten ?

  • Informationsvermittlung
  • Bewältigungsstrategien
  • Trainingsmassnahmen

Informationsvermittlung:

  • Das Ohr und seine Funktionen
  • Individueller Hörstatus und Hörschädigung
  • Möglichkeiten der technischen Versorgung

Sprachverständnis:

  • Ambulante und stationäre Rehabilitation
  • Hilfe zur Selbsthilfe

Trainingsmassnahmen:

  • Training in Kommunikationstaktik
  • Hörtraining für schwerhörende Menschen
  • Hörtraining für Tinnitus- Betroffene
  • Adaptionstraining zur Hörgeräte- Erstversorgung
  • Desensibilisierungstraining bei Geräuschüberempfindlichkeit
  • Absehtraining zur Unterstützung des Gehörs
  • Sprechpflege in Verbindung mit Hörtraining
  • (Auch in Zusammenarbeit mit Logopäden)

Bewältigungsstrategien:

  • Trauerarbeit zur Akzeptanz des Hörverlustes und Identifikationsfindung bei plötzlichem Hörverlust, eventuell in Zusammenarbeit mit einem Psychotherapeuten
  • Kommunikationstaktische Strategien
  • Theorie und Praxis zur Verbesserung der sozialen Kompetenz
  • Sprachpflege (Wortschatzerweiterung) in Verbindung mit Hörtraining für schwerhörende Menschen
  • Fingeralphabet zur Unterstützung des Hörsinns
  • Entspannungstechniken (durch Physiotherapeuten)
  • z.B.  Feldenkrais, Muskelentspannung nach Jacobsen (PMR)
  • Autogenes Training

Ein aktiver Umgang mit der Hörstörung kann zu mehr Lebensqualität führen. Audiotherapie hilft somit auch, Folgekosten einer Hörstörung zu minimieren und unterstützt Hörgeschädigte beim Erwerb von aktiven Bewältigungsstrategien.

Als ausgebildete Audiotherapeuten unterstützen wir Sie in allen Fragen rund um das Thema Audiotherapie.

Tinnitus

Ich höre was, was Du nicht hörst - Tinnitus ist der medizinische Fachausdruck für Ohrgeräusche oder Ohrensausen.

Jeder Vierte von uns hat dieses Phänomen schon mal wahrgenommen. Meistens und glücklicherweise nur vorübergehend. Oft wird es als Pfeifen, Rauschen, Zischen oder Summen erlebt. Wenn Sie ein Beispiel eines Ohrgeräusches hören möchten, dann besuchen Sie die Homepage der Tinnitus-Liga. www.tinnitus-liga.ch oder der Pro Audito www.pro-audito.ch.

Den unterschiedlichsten Geräuschen im Kopf oder in den Ohren ist eins gemein: Bis auf seltene Ausnahmen hört sie nur der Betroffene selbst. Man spricht dann vom subjektiven Tinnitus. Tinnitus ist keine Krankheit! Tinnitus ist ein Symptom, vergleichbar dem Schmerz. Tinnitus ist immer auch ein Warnsignal, dass wir uns übernommen haben, im körperlichen oder seelischen Bereich. Nicht das Symptom Tinnitus muss vordringlich behandelt werden, sondern die Ursachen. Deswegen ist die Diagnostik sehr wichtig.

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Ursachen: Vielfalt und Unklarheit

Als Ursachen kommen Hörbeeinträchtigungen, Lärmschäden, Morbus Menière (Drehschwindel) und andere organische Erkrankungen in Betracht. Auch der Hörsturz ist oft von einem Tinnitus begleitet. Probleme mit der Halswirbelsäule oder im Zahn-Kiefer-Bereich können auslösende oder verstärkende Ursachen sein. Neben medizinischen Ursachen vermuten die Hälfte aller Betroffenen Lärm und Stress als Auslöser.

Oft lassen sich die Ursachen beheben oder gut behandeln. Häufiger werden jedoch gar keine organischen Ursachen gefunden. In beiden Fällen kann das Ohrgeräusch wieder völlig abklingen, es kann aber auch bleiben. Dies wird nach einigen Wochen mit Tinnitus um so wahrscheinlicher. Darum ist eine frühzeitige Behandlung im Akutfall angezeigt.

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Mit Tinnitus unbeschwert leben

Selbst wenn der Tinnitus bleibt (chronischer Tinnitus), wird er in den meisten Fällen erträglich: Hiervon berichtet die Hälfte aller Betroffenen in der Schweiz, die sich gar nicht oder nur geringfügig gestört fühlen. Gleichwohl kann Tinnitus den Charakter einer Krankheit annehmen: Wenn er zu einer schweren Belastung im täglichen Leben wird. Und wenn daraus weitere Krankheiten resultieren. Tinnitus wird dann zum Lärm der Seele. Dagegen lässt sich jedoch einiges unternehmen. Denn Tinnitus ist ein Phänomen, das gerade durch falsche Information, Resignation und Angst genährt wird. Aufklärung, Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen sowie Lebensfreude lassen den Tinnitus in den Hintergrund treten. Er wird erträglich. Man spricht dann von einem kompensierten Tinnitus. Viele haben das geschafft. Manchmal benötigt dieser Lernprozess, zu einem erträglichen Tinnitus, Zeit. Manche benötigen dazu auch therapeutische Hilfe.

Wenn Ohrgeräusche erstmalig auftreten

Im Akutfall bewahren Sie Ruhe! Und schlafen Sie einmal richtig aus. Sollten Ihre Geräusche am nächsten Morgen noch vorhanden sein, ist eine umgehende Untersuchung "als Eilfall" beim ORL-Arzt angeraten. Haben Sie Ohrgeräusche gepaart mit einem tauben Ohr, sollten Sie gleich zum ORL-Arzt gehen. Dann besteht Verdacht auf einen Hörsturz.

Keine Zeit verlieren

Bei der Behandlung gilt die Regel: "Je früher desto besser!" Dadurch erhöhen Sie Ihre Heilungschancen. Bei vielen Betroffenen wird der akute Tinnitus vollständig beseitigt.

Behandlung:

Der ORL-Arzt wird nach einer Untersuchung des Ohrs eine entsprechende Behandlung einleiten. In der Regel erhalten Sie durchblutungsfördernde Medikamente, auch als Infusionen. Dadurch soll das Innenohr besser versorgt werden. Die Behandlung auf Durchblutungsstörungen ist lediglich eine erste Verdachtsdiagnose. Deswegen müssen häufig weitere Diagnoseschritte erfolgen.

Selbst wenn der Tinnitus bleibt (chronischer Tinnitus), verliert er mit der Zeit an Bedeutung und wird erträglich. Es ist ein Prozess, der manchmal auch Zeit und Geduld verlangt.

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Chronischer Tinnitus

Nach einigen Wochen ist es eher unwahrscheinlich, dass Sie ihr Geräusch wieder verlieren. Diesen Zustand beschreibt man als chronischen Tinnitus. Sie können aber trotzdem ein unbeschwertes und erfülltes Leben führen.

Andauernd, aber erträglich

Der Begriff "chronischer Tinnitus" besagt lediglich, dass Sie andauernde Ohrgeräusche haben. Er besagt nicht, dass Sie deswegen leiden müssen oder krank sind. Selbst nach einer anfänglich starken Belastung gilt: Nach dem dunklen Tunnel wird es wieder hell! Die Mehrzahl der Betroffenen hat gelernt, ihr Ohrgeräusch zu akzeptieren. Sie fühlen sich nicht oder kaum gestört. Weil Sie ihre Aufmerksamkeit wichtigen Dingen und Geräuschen widmen. Und nicht dem Tinnitus.

Seelische Belastungen meistern

Gleichwohl gibt es Patienten, die durch den chronischen Tinnitus anfänglich oder längerfristig eine massive Beeinträchtigung erfahren. Sowohl beruflich als auch im privaten Bereich. Dieses Leiden wird nicht durch den Tinnitus verursacht. Es sind Folgeerscheinungen, wie Konzentrationsstörungen, Einschlafstörungen, Überempfindlichkeit bei lauten Geräuschen (Hyperakusis), depressive Phasen, Einschränkung der sozialen Kontakte und zeitweiser Verlust des Selbstvertrauens. Tinnitus wird zum Lärm der Seele! Diese Symptome und Krankheiten können Sie in den Griff bekommen, wenn Sie Ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Haben Sie Mut und Zuversicht. Dann gelingt es auch Ihnen.

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Eigene Mitarbeit wirkungsvoll

Tinnitus-Behandlung

Bei andauernden Ohrgeräuschen ist das oberste Therapieziel, dem Tinnitus keine Aufmerksamkeit zu schenken. Sie können lernen, ihn einfach zu überhören. Viele Betroffene schaffen dies innerhalb des ersten Jahres. Gönnen Sie sich dafür Zeit und Geduld.

Aufmerksamkeit wichtigen Dingen widmen

Der Mensch reagiert auf ein unbekanntes Geräusch zunächst immer mit erhöhter Aufmerksamkeit. Tinnitus ist zu Beginn immer auch ein Warnsignal, dass wir uns körperlich oder seelisch übernommen haben. Deswegen sollten Sie die Ursachen aufspüren und möglichst beheben. Dann wissen Sie, dass der Tinnitus bedeutungslos und harmlos ist. Spätestens ab diesem Zeitpunkt können Sie Ihre Aufmerksamkeit den bedeutenden Dingen im Leben zuwenden. Und nicht dem unwichtigen Tinnitus.

Persönlich abgestimmte Therapie

Allgemein gilt: Eine gesunde Lebensführung, eine positive Lebenseinstellung und Entspannungsübungen sind hilfreich. Ebenso der Erfahrungsaustausch mit Gleichbetroffenen in Selbsthilfegruppen. Alle weiteren Therapieschritte müssen individuell auf Sie abgestimmt werden. Denn gerade wenn Tinnitus zum Leiden wird, spielen seelische Faktoren eine übergeordnete Rolle. Ersparen Sie sich also Zeit und Nerven, indem Sie von Arzt zu Arzt rennen, in der Hoffnung, dass er Ihren Tinnitus beseitigt.